unser Konzept

Kultur und Werte

Als Trainingskultur legen wir folgende Aspekte zugrunde:

  • Kinder und Jugendliche stark machen und ihnen ein schützendes Umfeld und Spaß an der sportlichen Aktivität bieten.
  • Wir schaffen eine Atmosphäre des gegenseitigen Vertrauens und halten diese aufrecht.
  • Das Kind steht im Mittelpunkt. Jedes Kind hat das Recht auf Erfolgserlebnisse.
  • Wir begleiten beim Erlernen von persönlichen, sozialen und sportlichen Kompetenzen. Vor allem die Trainer*innen und Betreuer*innen nehmen hier eine Vorbildrolle ein.
  • Die Freude am Sport ist wichtiger als das Erlernen des Sports an sich.
  • Wir nutzen unterschiedliche (Lern/Lehr-) Methoden. Je jünger die Kinder sind, desto mehr geht es um Sport und Bewegung allgemein und weniger um fußballspezifische Trainingsinhalte.
  • Eltern und Angehörigen werden positiv eingebunden.

Trainings- und Spielprinzipien

Es gibt sechs Trainingsprinzipien, die für die Trainingsarbeit des SV Kirchzarten von hoher Bedeutung sind:

1. Ganzheitliche Trainingsgestaltung: Das Training einzelner Leistungsfaktoren wie „Konditionsbolzen“ oder isolierte Torschüssübungen sind nicht mehr zeitgemäß. Stattdessen soll versucht werden, Übungen und Spielformen zu wählen, in denen möglichst viele Bereiche wie Technik, Ausdauer, Koordination und Taktik gleichzeitig trainiert. Bei den älteren Jahrgängen und aktiven spricht man von „taktischer Periodisierung“.
2. Schwerpunktsetzung und Trainingsplanung: Trainer*innen sollten Schwerpunkte für mehrere Woche setzen und nicht in jedem Training einen neuen Schwerpunkt setzen, zum Beispiel können mehrere Wochen hintereinander unterschiedliche Schusstechniken Innenseite/Spannstoß/rechts/links etc. trainiert werden (aber nicht isoliert, sondern möglichst ganzheitlich und spielerisch, siehe oben).
3. Maximierung von Ballkontakten: Vor allem bei jüngeren Jahrgängen, aber bis mindestens in die D-Jugend sollten die Spieler maximal viele Ballkontakte haben. Dies wird ermöglicht durch z.B. einen Ball pro Spieler, kleine Spielfelder, kleine Teams. Trainer*innen sollten sich bei Abschlussspielen zurück- oder ganz raushalten. Gruppen- und mannschaftstaktische Einheiten beginnen frühestens im zweiten D-Jugend-Jahrgang.
4. Coaching und Korrektur: Neben einer guten Auswahl und Aufbau von Übungen und Spielformen, hat vor allem das regelmäßige und individuelle Coaching und Korrekturen des/der Trainer*innen eine hohe Bedeutung. Trainer*innen müssen frühzeitig und eng auf die korrekte Ausführung von Techniken achten und ihren Spielern konstruktive Tipps zur Verbesserung geben. Wichtig dabei ist jedoch, dass das Feedback nicht zu kritisch ist, sondern auch Fortschritte (egal wie klein sie erscheinen mögen) gelobt und vom Trainer*innen hervorgehoben werden.
5. Viel Spielzeit in Training und Spielen: Jedes Kind und jeder Jugendliche hat im Training und beim Spiel einen fairen Anteil an Spielzeit.
6. Wechselnde Spielpositionen statt Spezialisierung: Im Kinderfußball soll ganzheitlich ausgebildet werden. Aus diesem Grund müssen die Kinder Perspektivenvielfalt erleben. Damit wird gemeint, in unterschiedlichen Rollen (Torwart, Verteidiger, Stürmer) am Spiel teilzunehmen. Bewusst wird also auf ein zu frühes Festlegen von Positionen verzichtet und auch der später potentielle Torwart soll regelmäßig auf anderen Positionen zum Einsatz kommen. Die Spezialisierung beginnt erst ab der B-Jugend, wenn langsam der Übergang in die Aktiven vorbereitet wird.

Methodischer Fahrplan

Der methodische Fahrplan gilt als Leitlinie für das Training und berücksichtigt die kindliche Entwicklung. Die folgenden drei Stufen werden innerhalb einer Übung nacheinander durchgeführt.

1. Offen starten
Der offene Start dient dazu, die Kinder in erster Linie abzuholen und ihnen die Möglichkeit, neue Dinge auszuprobieren, zu geben. Zudem sollen sie je nach Interesse auch unbekannte Techniken ausprobieren und entdecken.
2. Üben
Im folgenden Teil wir die Aufmerksamkeit klar auf die Qualität einer Technik oder Bewegung gelegt. Die Kinder sollen diese nun durch zahlreiche Wiederholungen ausprobieren und lernen. Dabei stehen ihnen die Trainer mit Hilfestellungen und Korrekturen zur Seite.
3. Wetteifern
Nach der intensiven Übungsphase soll die Konzentration durch einen initiierten Wettbewerb aufrechterhalten werden. Gleichzeitig steigert sich die Intensität, was zum Ende einer Übung eigentlich nicht der Normalität entspricht.

Verzahnung Aktive und Jugend

Um die Identifikation von Jugend- und Aktivenspielern und die Zusammengehörigkeit in unserem Verein zu stärken, setzen wir unterschiedliche Elemente zur Verzahnung von Jugend- und Aktivenbereich um. Uns ist es ein wichtiges Anliegen, dass diese beiden Bereiche nicht als „getrennte Inseln“ agieren, sondern miteinander verwoben sind.
In einem ersten Schritt fördern wir dies insbesondere durch die Einführung von Pa-ten: Spieler der ersten und zweiten Herrenmannschaften übernehmen feste Patenschaften für einzelne Jugenden. Im Detail stellt sich das Konzept folgendermaßen dar:
1. Ziel:
• Vereinsbindung und Identifikation stärken
• Engagement der Aktivenspieler stärken
• Verzahnung Jugend und Aktive fördern

2. Zielgruppe:
• alle Aktivenspieler*innen des Vereins als Paten
• Idealerweise ein Tandem eines Spielers der Ersten und Zweiten Mannschaft für eine Mannschaft
Jugendmannschaften: vorerst G-Jugend bis C-Jugend: elf Mannschaften (männlich), zwei Mannschaften (weiblich)

3. Aufgaben:
• Zwei Hospitationen zu Beginn der Saison in der Mannschaft (einfach dabei sein und
Mannschaft kennenlernen)
• Übernahme von einem Training zweimonatlich (ab dem Jahr 2022)
• Paten besuchen jeweils ein Ligaspiel in Hin- und Rückrunde der Jugendmannschaft und Jugendmannschaft besucht ebenfalls ein Ligaspiel in Hin- und Rückrunde der Aktiven
Die Paten werden bei den einzelnen Jugendmannschaften vorgestellt.